Ich bin auch Musiker. Aus den genannten Gründen habe ich mich vor
langer Zeit gegen den Verkauf der Musikwerke entschieden.
DER MARKT HAT RECHT
Bei allem Verständnis für die Situation der Künstlerinnen: Wer damit
Geld verdienen möchte, begibt sich auf einen Markt. Lektion 1
Marktwirtschaft: Der Markt hat immer recht. Und das Verhältnis von
Nachfrage zu Angebot drückt den Preis ganz erheblich. Von den
Pushermethoden um die Platzierungslisten wollen wir da garnicht erst
reden.
ZU VIELE MACHEN MUSIK
Es gibt einen gefüllten Rucksack vieler guter Musikerinnen, auch wenn das beim
täglichen Radiohören so nicht wahrnehmbar ist. Wie ja einschlägig
dokumentiert (auch hier im Forum), ist es um die Bereitschaft zum
Bezahlen von Musik nicht besonders gut bestellt. Das ist aus meiner
Sicht sogar verständlich, denn trotz der vielen guten Musikerinnen
bekomme ich nicht immer das beste Material angeboten. Macht nix, eine
Mehrheit bestimmt den Markt, und die ist mit breitkomprimierter und
sinnbefreiter Mucke so zufrieden, dass es für die Verlage zu reichen
scheint.
WAS TUN?
Wer sich für eine Musikkarriere entscheiden möchte und einen Rat zur
Berufsausbildung sucht: Mach’ ‘ne Banklehre. Da bist Du um 18:00
zuhause und kommst obendrein mit ‘nem Rucksack voller Geld für die Produktion eigener Musik an.
Der Verkauf von Dienstleitungen ist eher eine Chance, Fuss zu fassen;
auch ganze ohne GEMA o.a. Verwertungsgesellschaften: Chorworkshops,
Musikschulen, Eventmanagement; es gibt viel, wofür Firmen und
Privatleute Geld bezahlen.
Ansonsten:
Weniger Musikkonserven hören und mehr die lokalen Kleinkunstbühnen
besuchen. Da ist die Chance am größten, für wenig Geld einige der
besagten guten Musikerinnen zu erleben.
Comments Off