Garstige Umgebungen sind der Rockmusik nicht abträglich, im Gegenteil, ohne Widerwärtigkeiten wäre sie garnicht entstanden. Diese Musik ist für Menschen in Bedrängnis, sie gibt ihm Trost (Blues), Leichtigkeit (Jazz), Angriffslust (Hardrock), Inspiration (Soul) und Einklang mit der Natur(Folk). Garstige Umgebung hat Kim Jong-il durchaus zu bieten, nur ist das Konzept deswegen noch kein durchdachtes. Er meint, wenn er den Rock nach Korea holt, werde das vielleicht die Zustimmung zu seinem Regime verbessern. Wohl eher das seine private Rente steigt
.Die Medizin indes ist nicht frei von Nebenwirkungen, die er vermutlich nicht bedacht hat: die Bereitschaft, sich unterdrücken zu lassen, nimmt gewaltig ab beim Hören von Rockmusik, vielmehr fördert diese die Bereitschaft, sich auch mit übermächtigen Gegnern anzulegen. Wenn da mal nicht die Folgen ganz andere sind, als die vom Diktator antizipierten. Andererseits hat er sich durchaus etwas gedacht dabei: Blues, Folk, Rock, Jazz sind tote Künste in ihrem Heimatland, den USA, hingestreckt von den nichtrauchenden Hunnen. Ohne den Tabak hätte es diese Musik nie gegeben, oder will jemand ernstlich behaupten, es lohne sich auf ein Wunder zu warten, dass einer dieser Nichtraucher so etwas fertig bringt ? Kim Jong-il scheint zu wissen, dass das Warten nicht lohnt und gewährt der westlichen Kultur Asyl. So weit ist es gekommen. Mir wäre es lieber, wenn das alte Amerika in deutschen Bierkneipen überleben würde, hier hat der Gesetzgeber dankenswerterweise einen letzten Zufluchtsort geschaffen. Wenigstens das ! Haut drauf Jungs, gebt dem Mittelalter Saures ! Zurück zur Moderne !
Jede Musik passt zu einem Menschen – ob Renter oder junger Hüpfer!
Posted: 25th June 2010 by admin in UncategorizedDie Agonie der Rockmusik ist im Westen in der Tat unübersehbar. Die Verquickung mit dem Mainstreamkonsum konnte sie auf Dauer kreativ nicht überstehen. Da die moderne Mainstream-Musik traditionell in erster Linie dazu dient, den (noch) zahlungskräftigen Kunden in Einkaufslaune zu
versetzen, kann nichts anderes entstehen als Seifenschaum-Mukke (um
Waschmittel&Co. zu verkaufen). Die letzten nervösen Todeszuckungen in Form von Hiphop kündigen die baldige Erstarrung an. Naja, die Musikindustrie baut nunmal auf den großen “Hype”, den alles
bestimmenden, neuen (!) Trend, der die Vorgänger ersetzt/ablöst und
sich in klingende Münze verwandeln läßt. Großartig neue
Stilrichtungen, die sich diesbezüglich verwenden ließen, sind derzeit
nicht in Sicht, bzw. nur schwer oder gar nicht vorstellbar,
respektive ungeeignet für den Mainstream. Vielleicht wird uns dann bewusst, wie groß “der Westen” im Vergleich zu den USA doch ist, und wir fragen uns verblüfft, ob denn in dem übrigen Gebiet vor der musikalischen Kolonialisierung durch die USA nix war. Moment…was sich in den USA entwickelt hat, ist nicht aus der hohlen Hand entstanden, sondern selbstredend durch Einflüsse geprägt worden, die Einwanderer (auch europäische!), bzw. verschleppte Sklaven mitbrachten. Kulturelle Entwicklung ist keine Einbahnstraße. Was “zurückkommt”, ist einst “hingegangen” (worden). Und vielleicht werden wir uns die Augen reibend fragen, wie es bloß geschehen konnte, dass wir unseren Musikgeschmack von Teenagern und von der Imageindustrie haben bestimmen lassen.
Es gibt genügend Alternativen, trotz Teenagern und Imageindustrie.
Wenn sie einem gefallen…und wenn man einige Jährchen wartet, wird
der Seifenschaum vergangener Jahrzehnte plötzlich erträglich -
verklärt durch nostalgische Patina, wohlgemerkt.
Es gibt so viel an musikalischen Rohdiamanten zu entdecken. Dazu braucht es keiner Popularisierungsschübe a la Wim Wenders. Wenn sie einem gefallen…
Und vielleicht merken wir dann erst, wieviel Musikrichtungen jenseits
des Rock der Westen doch hat, von denen man aber – wenn man es nicht
durch Zufall kennt – eigentlich normalerweise nichts hört.
Nicht ohne eigene Bemühungen, das mag sein. Es soll sogar Musikrichtungen ohne 4/4 Takt und welche ohnSchlagzeug geben..
Wobei diese Musikrichtungen – ich wiederhole mich – gefallen müssen.
Ob sie einem bspw. einem Rockfan gefallen, ist noch die Frage, denn
“Musik wird als störend oft empfunden, da sie mit Geräusch
verbunden”. Das gilt beileibe nicht nur für “Tokyo Hotel” & Co.